Sprechakte in der direkten Rede und Sprechaktverben in den Autorenkommentaren

(am Beispiel deutscher, russischer und belarussischer Erzählungen)

Die Realität der natürlichen Kommunikation findet nur partielles linguistisches Erfassen in der linguistischen Pragmatik (einschließlich der Sprechakttheorie) und wird in Prosawerken modifiziert dargestellt. Die Hauptrichtungen dieser Modifikation sind mit zwei Faktoren verbunden: 1) die Selektivität des Kommunikationbildes, das eine Vielzahl der für den Autor nötigen Sprechakte hat; 2) die Autorenexplikation von der Pragmatik der von ihm dargestellten Kommunikation. Diese Explikation erfolgt in den Autorenbegleitungen (mit Informationen über die Absicht des Sprechers) zur direkten Rede.  

Das Ziel des Beitrages ist ein Vergleich von zwei Kommunikationsbildern in den modernen deutschen, russischen und belarussischen Erzählungen mit verschiedenen Erzählperspektiven und Erörtetung der quantitativen Unterschiede im Gebrauch von Sprechakten und Sprechaktverben, die kulturell und erzähltheoretisch bedingt sind. 

Im Beitrag wird auf zwei Aspekte eingegangen:

• Welche Sprechakte prägen die kommunikative Gestalt von einzelnen Protagonisten und die kommunikativen Partituren jeder Erzählung?

• Welche Sprechaktverben werden in den Autorenbegleitungen zur direkten Rede benutzt?